Hey Doris, ...
Da gebe ich der Doris recht, ist nun auch meine Lebensaufgabe :-) ...
Ok, ihr könnt alle aufhören, euch für Dinge zu entschuldigen, die ihr nicht getan habt; unser ...
Ähm tja, dann ich wohl auch in die XING-Falle getreten... ...
von Marco Emrich
in Aktuelles
am Donnerstag, 01. Juli 2010 um 17:01 Uhr
Tags: seacon konferenz softwareentwicklung
Voller Vorfreude hab' ich mich am Sonntag auf den weiten Weg nach Hamburg gemacht. Schließlich kann man in vier ein halb Stunden Zugfahrt endlich mal in Ruhe arbeiten. Gerade losgefahren stellte sich die Frage: "Wo ist denn die nächste Steckdose". Aha hier - Ca. 30 Sekunden später hat es gezischt, geblitzt und gedampft - und das Notebooknetzteil war hinüber.
Zum Glück wurde ich dann von einer gelungenen Konferenz entschädigt. Die Seacon überzeugte mit neuen, innovativen Konzepten, wie der alternativen Vortragsform "Pescha Kuscha", oder den Diskussionsvarianten "OpenSpace" und "Fischbowl". Überhaupt kam dem persönlichen Kontakt und dem freien Informationsaustausch eine viel größere Bedeutung zu als den eigentlichen Vorträgen. In lockerer Atmosphäre unterhielten sich Entwickler, Architekten, Projektleiter und Geschäftsführer. Dabei waren alle auf Augenhöhe. Egal, ob kleiner Entwickler oder CEO einer großen Firma - alle Teilnehmer diskutierten freundlich, sachlich und respektvoll.
Die Eröffnungskeynote am Montag hielt Prof. Dr. Gary Schaal - ein Politikwissenschaftler. Getreu dem Motto "der Blick über den Tellerrand", beschäftigte sich sein Vortrag mit der Qualität von Entscheidungen in der Politik. So stellte er ein System zur politischen Entscheidungsfindung vor - nicht ohne eine Brücke zu Softwareentwicklung zu bauen, die von ähnlichen Konzepten durchaus profitieren kann.
Mit der Entscheidungsfindung beschäftigte sich auch der nächste Vortrag von Ralf Westpfal, der ein anderes System zur Entscheidungsfindung für agile Prozesse vorstellte. Um den Vortrag etwas aufzulockern ließ er das Publikum zu Beginn Angebote von Mixern aus einem Beutel ziehen. Ihm ging es vor allem (aber nicht ausschließlich) um Geschwindigkeit (Effizienz) bei der Entscheidungsfindung. Nachdem er demokratische, autokratische und Konzenz-Entscheidungen ausgeschlossen hatte plädierte er für eine System, dass sich Konsent-Entscheidung (mit t nicht z!) nennt.
Zwischen den beiden Vorträgen wurde das OpenSpace eröffnet. Gespannt war ich zu erfahren, was sich hinter dem Konzept verbirgt. 16 Teilnehmern wurde die Möglichkeit geboten ein Thema oder eine Fragestellung, die sie bewegt, auf eine Karte zu schreiben und sie in einen Raum/Zeit-Slot zu platzieren. Dort können sich dann später Teilnehmer einfinden mitdiskutieren möchten. Der Initiator hat dann die Aufgabe, die Ergebnisse gegen Ende der Konferenz vorzustellen. Ich nutzte die Gelegenheit und initiierte eine Gruppe zum Thema "I18n im Dokumentenmanagement" - ein Thema was uns zur Zeit bei der webmasters akademie sehr beschäftigt.
Nach Besuch des äußerst edlen Mittagsbuffets entschloss ich mich zum Besuch des Vortrags "Agiles Requirements Engineering" von Marcus Winteroll. Der war jedoch leider verhindert und wurde von Bernd Oestereich vertreten. Herrn Oestereich gelang es problemlos die wichtigsten Eckpunkte des ARE in weniger als einer halben Stunde vorzustellen und hatte somit noch genügend Zeit für Fragen.
Nun starte die erste OpenSpace-Sitzung. Zu meiner Freude hatte sich tatsächlich eine kleine aber hoch motivierte Gruppe zu meinem Thema eingefunden und war bereits eifrig am Diskutieren als ich eintraf. Ein kurzes Ergebnisprotokoll finden Sie auf der Seacon Website
Der für mich letzte Vortrag des ersten Tages, war zugleich auch der meines Erachtens beste auf der Konferenz - zumindest was die Präsentation betraf. Bernd Schiffer und Henning Wolf von it-agile hatten sich etwas besonderes ausgedacht. Um dem Publikum zu vermitteln, "Was ist dran an Kanban?" organisierten sie ein kleines Schauspiel. Sie übernahmen die Rollen eines It-Projektleiters und eines Kananban-Coaches, die alte Bekannte sind und sich "zufällig" auf der Straße treffen. Auf sehr humorvolle Weise, erklärten Sie dem Publikum die Prinzipien von Kanban. Derart anschaulich und spannend hatte ich das noch nicht gesehen.
Den Rest des ersten Tages nutze ich im wesentlichen für persönliche Gespräche, bis um 18:30-Uhr schließlich zur Kicker-"Weltmeisterschaft" aufgerufen wurde, bei der es sogar ein Ipad zu gewinnen gab. Jeweils zwei Konferenzbesucher traten unter der Flagge eines Landes an. Unser Team hatte sich Japan gewählt. Entgegen aller Vermutungen gelang es uns sogar unser erstes Spiel zu gewinnen. Aus einigen Ecken war bereits ein "Ipod adee" zu vernehmen - eine Erkenntnis der wir uns nach einem spaßigen aber leider verlorenen zweiten Spiel anschließen mussten.
Nach insgesamt über 12 Stunden des ersten Tags auf der Seacon, war für mich klar, dass sich der weite Tag nach Hamburg wirklich gelohnt hat...
Dies ist der 1. Blogeintrag zu meinem Erlebnisbericht der Seacon. Hier finden Sie den 2. Teil.
Trackback URL:
http://www.webmasters.de/blog/aktuelles/hamburg-seacon-2010-1/trackback
Kommentare (2)
von Bernd Schiffer
am Freitag, 02. Juli 2010, 08:23 Uhr
Danke für das Feedback zum Kanban-Vortrag. Schön zu wissen, dass es Dir gefallen hat :)
von Marco Emrich
am Freitag, 02. Juli 2010, 13:29 Uhr
War ja auch wirklich großartig. Ich hab endlich mal den Sinn von Kanban verstanden ;)
Kommentar schreiben