Weiterbildung im Sommer: Warum jetzt die beste Lernzeit ist

Dienstag, 14. Juli 2026 um 15:00 von Thorsten Schneider in Arbeitsmarkt und Karriere

Kennen Sie diesen einen Satz, den Sie sich selbst seit Monaten sagen? »Sobald es ruhiger wird, mache ich endlich diese Weiterbildung.« Und dann wird es nie ruhiger.
Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Der Alltag frisst die guten Vorsätze, das Projekt zieht sich, die Familie braucht Zeit, und die Fortbildung wandert auf das nächste »Irgendwann«. Die unbequeme Wahrheit: Dieses Irgendwann kommt von allein nie. Es braucht ein konkretes Zeitfenster. Und das ruhigste Zeitfenster des ganzen Jahres liegt direkt vor Ihnen: der Sommer.
Warum das kein Kalenderspruch ist, sondern eine ziemlich rationale Entscheidung, zeigen wir Ihnen hier.
Der wahre Grund, warum die Weiterbildung liegen bleibt
Es liegt selten am Wollen. In Deutschland plant derzeit nur die Hälfte der Beschäftigten (50,7 Prozent) überhaupt eine berufliche Weiterbildung in den nächsten zwölf Monaten. Vor fünf Jahren waren es noch 57 Prozent. Die Quote sinkt also, obwohl die Bundesregierung bis 2030 eigentlich 65 Prozent erreichen will [1].
Bei einem Teil ist es die Motivation, die fehlt. Aber die andere, große Gruppe will durchaus — und scheitert trotzdem.
Woran es hakt, ist gut untersucht. Neben fehlenden Anreizen und unübersichtlichen Informationen zählen Zeit und Geld zu den größten Hürden, an denen konkrete Pläne scheitern [1]. Kosten lassen sich planen. Aber die Zeit nimmt sich niemand, man muss sie finden. Und hier kommt der Sommer ins Spiel.
Wir beraten seit 1998 Menschen, die sich neben dem Beruf qualifizieren wollen. Der Satz, den wir dabei am häufigsten hören, ist nicht »Ich schaffe das nicht« und nicht »Das ist mir zu teuer«, sondern: »Eigentlich will ich ja, aber gerade ist so viel los.«
Warum der Sommer Ihr bestes Zeitfenster ist
Im Sommer wird es an vielen Schreibtischen spürbar leiser. Kolleginnen und Kollegen sind im Urlaub, Projekte pausieren, Meetings werden seltener, das Postfach beruhigt sich. Diese Ruhe ist kein verlorener Leerlauf. Sie ist der seltene Moment, in dem Sie tatsächlich Kapazität für sich selbst haben.
Dazu passt, wie unsere Fernkurse aufgebaut sind. Sie lernen komplett ortsunabhängig und ohne festen Stundenplan. Ihre wöchentliche Lernzeit teilen Sie sich frei ein: mal zwei Stunden am Abend, mal einen ganzen verregneten Urlaubsnachmittag. Ob auf dem Balkon, im Ferienhaus oder im Homeoffice – der Kurs richtet sich nach Ihrem Sommer, nicht umgekehrt.
Was heißt das für Sie? Der häufigste Grund, an dem Weiterbildung scheitert, nämlich fehlende Zeit, wiegt im Sommer am wenigsten. Sie nutzen ein Fenster, das sich im hektischen Herbst so schnell nicht wieder öffnet.
»Antizyklisch lernen«: Vorsprung, während andere pausieren
Es gibt einen zweiten, strategischen Grund. Die meisten schalten im Sommer ab und schieben ihre Vorhaben in den Herbst. Wer es umgekehrt macht, verschafft sich einen Vorsprung: Während andere im September erst überlegen, sind Sie schon mittendrin oder fertig. Startklar genau dann, wenn Arbeitsmarkt und Geschäft wieder anziehen.
Und Warten wird zunehmend teuer. Laut dem »Future of Jobs Report 2025« des Weltwirtschaftsforums verändern sich rund 39 Prozent der heute gefragten Kompetenzen bis 2030 oder veralten ganz [2]. Wer seine Fähigkeiten auf dem Stand von gestern lässt, verliert nicht schlagartig an Wert, aber schleichend. Ein Sommer, in dem Sie aufholen, ist damit gut investiert.
Fazit: Das »Irgendwann« braucht ein Datum
Weiterbildung scheitert selten am Können und selten am Geld. Sie scheitert am fehlenden Zeitfenster. Der Sommer ist dieses Fenster: ruhiger Kalender, freie Zeiteinteilung, ein Vorsprung für den Herbst. Eine bessere Gelegenheit werden Sie in diesem Jahr kaum bekommen.
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Denn die beste Zeit für den nächsten Schritt ist nicht die, in der ihn alle gehen. Es ist die, in der Sie den Kopf dafür frei haben.
Quellen
- Bertelsmann Stiftung (2025): Was Beschäftigte von Weiterbildung abhält
- World Economic Forum (2025): Future of Jobs Report 2025
